Sessionsbrief von Suisseculture zur Information über politische Geschäfte, die Kulturschaffende direkt und indirekt betreffen. Suisseculture repräsentiert etwa 25'000 Künstler:innen, Kulturarbeiter:innen und Medienschaffenden aus allen Sparten und setzt..

Sessionsbrief 2026.02
National- und Ständerat

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Fokus auf zwei Geschäfte, welche die Kultur direkt betreffen: EP27 und Bilaterale III

 

In der bevorstehenden Session beraten Sie über eine Weichenstellung für den Kulturbereich in der Schweiz: das Entlastungspaket 27; und, in den folgenden Monaten, debatieren sie über die für das Kulturschaffen ebenso wichtigen Verträge zur Regelung der Beziehungen mit der EU.

Das Entlastungspaket 27 betrifft den Kulturbereich mit 22 Massnahmen direkt oder indirekt – nach den Entbehrungen der Pandemie und den seitherigen Budgetkürzungen arbeiten viele Kulturinstitutionen und Kulturschaffende an der Belastungsgrenze. 

Kultur lebt vom Austausch im Inland und international; auf staatlicher Ebene ist die EU dabei der wichtigste Partner, wie der Bund seit der ersten Kulturbotschaft wiederholt festhält. Damit die Schweiz spätestens ab dem Programmzyklus 2028–2032 an «Creative Europe» teilnehmen kann, sind die Beitrittsverhandlungen jetzt aufzunehmen.

Unsere konkreten Empfehlungen zu beiden Geschäften finden Sie nachfolgend.

Suisseculture ist der Dachverband der Organisationen der professionellen Kulturschaffenden der Schweiz und der schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften.

Freundliche Grüsse

 

Estelle Revaz, Präsidentin & Alex Meszmer, Geschäftsführer

Geschäft 25.063: Entlastungspaket 27

Kultur ist ein Querschnittssektor: Sie wirkt in viele Bereiche hinein – von Bildung und gesellschaftlichem Zusammenhalt bis zur internationalen Ausstrahlung der Schweiz. Genau deshalb ist sie im Entlastungspaket 2027 besonders verletzlich. Der Kulturbereich ist direkt oder indirekt von 22 Massnahmen betroffen. Wer dies auf das «Einfrieren» des Budgets reduziert, übersieht die Praxis nach früheren Kürzungen: Es gibt weniger Leistungen. Das zeigt sich etwa bei Pro Helvetia (weniger internationale Präsenz) und zusätzlich durch mögliche Streichungen bei den SRG-Auslandsmandaten im EP27, wodurch Schweizer Kulturschaffen im Ausland noch weniger sichtbar wird.

 

Forderung

Suisseculture bittet National- und Ständerat, die direkt und indirekt kulturrelevanten Sparmassnahmen des EP-27 zu streichen und damit ein klares Signal zugunsten der Kulturschaffenden in unserem Land zu setzen.

Paket «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU»

Bilaterale III nur mit Creative Europe

Kulturschaffen ist eine globale Aktivität, die auch vom internationalen Austausch sowohl innerhalb der Schweiz wie auch im Ausland lebt. Dabei ist die Europäische Union der wichtigste Akteur auf staatlicher Ebene, wie der Bund seit der ersten Kulturbotschaft immer wieder festhält.

Punktuelle europäische Kooperationen und Initiativen wie bisher reichen für diesen wichtigen Austausch bei weitem nicht aus. Daher ist der Beitritt der Schweiz zum Förderprogramm “Creative Europe” das Projekte zur Förderung der kulturellen Vielfalt, zur Förderung des künstlerischen Ausdrucks und zur Stärkung des wirtschaftlichen Potenzials der Kreativwirtschaft unterstützt, mehr als überfällig.

Denn trotz mehrfacher Absichtserklärung in den jeweiligen Kulturbotschaften wurden die Verhandlungen zu diesem Programm, das mittlerweile von 41 Ländern - nicht nur aus der EU - unterstützt wird, immer wieder aufgeschoben.

Es ist dringend an der Zeit, den Schweizer Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen den Zugang und die vollständige Einbindung in die Kulturlandschaft Europas zu ermöglichen. Verhandlungen mit der EU zum Beitritt müssen sofort aufgenommen werden, um spätestens mit dem Start des neuen Programms “Creative Europe” innerhalb von AgoraEU 2028-2032 Teil von Europas Kulturförderprogramm zu werden.

 

Forderung

Wir bitten Sie dem Bundesrat den Auftrag zu erteilen, parallel zu den Bilateralen III die Verhandlungen zur Vollassoziierung der Schweiz an Creative Europe sofort aufzunehmen.

Professionelles Kulturschaffen ist kein romantisches Nebenprojekt, sondern Arbeit – mit Verantwortung, Sozialabgaben und Existenzrisiken. Wenn Förderbudgets real schrumpfen und Sichtbarkeit von Kultur wegbricht, kippt nicht „ein bisschen Luxus“, sondern eine ganze Arbeitsrealität.


Nach den Entbehrungen der Pandemie und den Streichungen von Kulturbudgets auf allen Ebenen seither, ist die Kultur in der Schweiz am Ende ihrer Kräfte angelangt.


Es stellt sich die Frage, ob in der Schweiz professionelles Kulturschaffen unter diesen Bedingungen überhaupt noch möglich ist.

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