Newsletter Herdenschutzhunde – Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser

Immer mehr Schaf- oder Ziegenherden werden durch Herdenschutzhunde geschützt. Heute gibt es in der Schweiz rund 600 anerkannte Herdenschutzhunde und viele von ihnen haben im Juni ihre Herden auf die Sömmerungsalpen begleitet, wo sie nun bis im Herbst ihre Arbeit machen werden. Und schon bald beginnt die grosse Sommerferienzeit. Damit ist in den nächsten Wochen und Monaten zu möglichst wenigen Konflikten und Vorfällen zwischen Herdenschutzhunden und Wanderern oder Bikerinnen kommt, braucht es u.a. Aufklärungsarbeit bei den Touristen zum Thema Herdenschutzhunde. Mit diesem Newsletter möchten wir Sie unterstützen, Ihren Gästen die wichtigsten Informationen zu Herdenschutzhunden einfach weitergeben zu können. 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer und verbleiben mit besten Grüssen

Herdenschutz Schweiz

Online-Karte «Alpweiden mit Herdenschutzhunden»

Gemäss Art. 10d JSV hat Agridea im Auftrag des BAFU und auf der Grundlage der von den Kantonen übermittelten Informationen den Datensatz «Alpweiden mit Herdenschutzhunden» für Swisstopo aktualisiert. Dieser Datensatz wird von Schweiz Mobil, den Schweizer Wanderwegen und weiteren Partnern für ihre eigenen online-Karten übernommen.

Parallel dazu haben wir in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Alpes-Eco die notwendigen Schritte beim BAFU und bei Swisstopo eingeleitet, um diesen Datensatz «Alpweiden mit Herdenschutzhunden» mit weiteren Informationen zu ergänzen. Neu werden nicht nur die gesamten Alpperimeter angezeigt werden können, sondern auch präzisere Angaben zu einzelnen aktuell von Herde und Hunden genutzten Sektoren können dargestellt werden.

Auf der Karte von Herdenschutz Schweiz sind solch genauere Informationen bereits verfügbar. Die Alpen sind orange dargestellt und die aktuelle durch Herde und Hunde genutzte Weidefläche ist schraffiert. Für solch präzisere Angaben zum aktuellen Einsatzgebiet von Herdenschutzhunden braucht es die Mitarbeit von Hirtschaft, Alpverantwortlichen oder Hundebesitzern. Diese können in der App „Echo“ Teilbereiche ihrer Alp abgrenzen und anschliessend entweder manuell, nach einem festgelegten Zeitplan oder mithilfe der Geolokalisierung der Hunde (sofern diese ein GPS-Halsband tragen) die Alpsektoren veröffentlichen, in welchen ihre Hunde gerade arbeiten. Die Variante mit der Geolokalisierung wird im Wallis in diesem Sommer in grossem Umfang eingeführt.

Das neue Datenmodell, das die Bereitstellung dieser zusätzlichen Angaben auf Swisstopo ermöglicht, befindet sich derzeit in der Validierungsphase und sollte Mitte August veröffentlicht werden.

Flyer, Comic und Filmclip für Touristen

Die bewährten Flyer und Comic zum korrekten Verhalten gegenüber Herdenschutzhunden können nach wie vor in gedruckter Form bei der BUL (und nicht mehr über die Agridea) bezogen werden. Während früher der Druck von Flyer und Comic durch den Bund bezahlt war, ist dies heute nicht mehr der Fall. Sie können neu kostenpflichtig über den BUL-Shop bestellt werden.

Durch eine möglichst breite Streuung dieser Infomaterialien an Wanderer, Bikerinnen, Spaziergänger etc. (z.B. über Tourismusbüros, Bergrestaurants oder SAC-Hütten) lässt sich das Risiko von Beissvorfällen und von unangenehmen Begegnungen zwischen Touristen und Herdenschutzhunden minimieren. Ergänzend zu den Flyern und Comic kann der Filmclip zum korrekten Verhalten gegenüber Herdenschutzhunden gezeigt und verbreitet werden.

 

Gefahr von Wildwuchs bei den Tafeln zu Herdenschutzhunden

Die grünen Markierungstafeln für die Einsatzgebiete von Herdenschutzhunden haben sich über die Jahre analog zu den grünen Tafeln für Mutterkuhherden sehr gut etabliert. Während diese Tafeln bis 2024 nur in Zusammenhang mit dem Einsatz sogenannt offizieller Herdenschutzhunde genutzt werden durften, können heute alle Halter von Herdenschutzhunden diese Tafeln einsetzen. Hingegen sind die Markierungstafeln nicht mehr über ein nationales Programm finanziert wie früher, sondern die Tafelkosten müssen heute von den Kantonen oder in einzelnen Regionen von den Landwirten getragen werden. Dies kann im Einzelfall dazu führen, dass z.B. ein Alpverantwortlicher nicht mehr die offiziellen Tafeln nutzt, sondern selbst etwas gestaltet, ausdruckt, laminiert und verwendet.

Die sogenannten Besucherlenkungstafeln für Gebiete, in denen Herdenschutzhunde eingesetzt werden, werden nicht mehr über Bundesgelder finanziert und die Kantone müssen diese Aufgabe nun selbst übernehmen. Um die Kantone dabei zu unterstützen, eine nationale Einheitlichkeit bei diesen Tafeln zu bewahren, hat Agridea ihr Merkblatt zur Erarbeitung von Besucherlenkungstafeln aktualisiert.

Ratgeber und Checklisten zur Unfallverhütung

Die BUL hat den bewährten Ratgeber «Konfliktmanagement bei HSH im Einsatz» samt den drei zugehörigen Checklisten aktualisiert. Dieser Ratgeber und die Checklisten unterstützen HSH-Haltende dabei, mögliche Gefahren im Haltungs- und Einsatzbereich der HSH systematisch zu beurteilen und geeignete Massnahmen zur Risikominderung festzulegen. Ratgeber und Checklisten richten sich zwar in erster Linie an Alp- und Betriebsverantwortliche mit Herdenschutzhunden, sie können aber auch für Gemeinden, Tourismusbüros oder Wanderwegverantwortliche dienlich sein, das Verständnis für ein professionelles Konfliktmanagement rund um Herdenschutzhunde zu verbessern. 

Herdenschutz Schweiz
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8315 Lindau
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