Im Fokus: Pressefreiheit weltweit im Jahr 2026
Die Rangliste 2026 in fünf Kennzahlen

Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) ist die Situation der Pressefreiheit in über der Hälfte aller Länder weltweit «schwierig» oder «sehr schwierig». Seit der ersten Ausgabe der Rangliste im Jahr 2002 war der Durchschnittswert der Pressefreiheit in allen 180 erfassten Ländern nicht so tief wie heute. Das Recht auf Information ist in diesem Jahrtausend in vielen Ländern schrittweise erodiert, insbesondere durch die Einführung von restriktiven Gesetzen, die die Arbeit von Medienschaffenden oft stark erschweren. Das ist selbst in demokratischen Gesellschaften zu beobachten. Entsprechend wenig erstaunlich ist der diesjährige Befund, dass der juristische Indikator der Rangliste der Pressefreiheit weltweit am stärksten abgenommen hat. Das sehen wir als Zeichen dafür, dass der Journalismus weltweit immer stärker kriminalisiert wird. Besonderes Augenmerk gilt dem amerikanischen Kontinent. Die USA rutscht um weitere sieben Plätze zurück, und viele Länder Lateinamerikas versinken tiefer in der Spirale von Repression und Gewalt gegen Medienschaffende.
Die Entwicklungen in der Rangliste
Wer steigt auf, wer steigt ab?
Weltweite Übersicht zur Pressefreiheit: regionale Analysen
Die Kriminalisierung des Journalismus
Gesetze gegen die Presse

Der Indikator für Rechtssicherheit ist derjenige, der in diesem Jahr in 110 von 180 Ländern am stärksten gesunken ist. 25 Jahre nach dem 11. September 2001 sind die Ausweitung des Geheimhaltungsrechts und der Anti-Terror-Gesetze weltweit zu einem Instrument geworden, um Journalistinnen und Journalisten zum Schweigen zu bringen – auch in Demokratien. Dieses Phänomen des «Lawfare» zeigt sich in vielen Ländern, etwa in Form von Gesetzen über ausländische Agenten (El Salvador), von Verordnungen über Falschinformationen (Tunesien), von Gesetzen über Staatsgeheimnisse (Japan), oder in Form von Terrorismusvorwürfen (Philippinen, Äthiopien). Ein Phänomen, das auch besser platzierte Länder wie Frankreich (Platz 25) und die Schweiz (Platz 8) betrifft, insbesondere mit dem berühmten Artikel 47 des Schweizer Bankengesetzes.
Kommende Veranstaltungen
📌 30. April: Abendveranstaltung von RSF Schweiz in Bern, anlässlich der neuen Rangliste der Pressefreiheit von RSF
Anlässlich der Veröffentlichung der neuen weltweiten Rangliste der Pressefreiheit von RSF laden wir Sie herzlich zu unserer dazugehörigen Veranstaltung in Bern ein, wo mit Serge Michel (heidi.news), Monika Bolliger (Republik), Luzia Tschirky (frei) sowie Sacha Meuter (Fondation Hirondelle) über die Herausforderungen des Auslandjournalismus sprechen werden.
Die Veranstaltung ist vollständig ausgebucht. Wir danken für Ihr reges Interesse.
📌 21. Mai : Podiumsdiskussion – Im Angesicht des Leids anderer
In Zusammenarbeit mit dem Musée Photo Elysée in Lausanne organisieren wir eine Podiumsdiskussion, die sich mit dem Fotojournalismus in Kriegsgebieten auseinandersetzt. Wie lässt sich das Unzeigbare zeigen? Wo liegen die Grenzen der Moral und des Erträglichen? Wie lässt sich Leid in einem musealen Kontext darstellen? Matthias Bruggmann (Fotograf), Valérie Gorin (Leiterin der Ausbildung am Centre d’Etudes Humanitaires der Universität Genf), Nathalie Herschdorfer (Direktorin des Photo Elysée) und Chloé Sharrock (Fotografin) werden anwesend sein, um darüber zu diskutieren. Isabelle Cornaz, Präsidentin von RSF Schweiz, wird das Gespräch moderieren.
🔗Weitere Informationen und Anmeldung
📌 23. & 24. Mai: Presstival in Biel
Auch bei der zweiten Ausgabe des Presstival, des Journalismus-Festivals der westschweizer Medienszene, wird RSF Schweiz dabei sein. An zwei Programmpunkten werden wir uns schwerpunktmässig mit der Lage der Pressefreiheit in den USA sowie mit dem Thema Digitale Sicherheit für Medienschaffende auseinandersetzen. Ausserdem werden wir über das ganze Wochenende verteilt einen Stand am Presstival haben.
🔗 Weitere Informationen

Die Arbeit von RSF Schweiz wäre ohne Mitglieder- und Spendenbeiträge nicht möglich. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, mit denen die Medien und der Journalismus weltweit zu kämpfen haben, geht uns die Arbeit in Zukunft nicht aus. Falls Sie unsere Arbeit mit einem einmaligen oder wiederkehrenden finanziellen Beitrag unterstützen möchten, wären wir Ihnen äusserst dankbar.
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