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MIttwoch, 4. März 2026
Liebe Leserin, lieber Leser
Es gibt wieder Neuigkeiten aus dem Ackerbau! Wir starten mit einem Rückblick auf eine erfolgreiche Ackerbautagung 2026 und richten anschliessend den Blick auf zahlreiche laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte, wie Mutterkorn im Getreide, Nachweis von Getreidekrankheitserregern, Erdmandelgrasbekämpfung ohne Herbizide oder teilflächenspezifischen Düngung. Im Standpunkt wirft Fabien Curty von der Zweifel Chips & Snacks AG einen Blick auf das vergangene Kartoffeljahr und wagt einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen und Chancen.
Zum Schluss finden Sie wie immer eine Übersicht über zahlreiche bevorstehende Veranstaltungen in unserem Veranstaltungskalender – ein Blick lohnt sich!
Der PAG-Letter lebt mit und von seinen Abonnentinnen und Abonnenten. Empfehlen Sie uns weiter und melden Sie uns Ihre Beiträge oder Veranstaltungen rund um den Ackerbau.
Freundliche Grüsse
Stephan Scheuner Vorsitzender der PAG-CH
 Neues aus dem Ackerbau
Rückblick auf eine gelungene Nationale Ackerbautagung 2026
 Die 13. Nationale Ackerbautagung vom 15. Januar 2026 widmete sich ganz der Frage, welchen Beitrag neue Züchtungstechnologien zur Ernährung der Zukunft leisten können. In Fachreferaten aus Forschung und Praxis sowie in verschiedenen Sessions erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Pflanzenzüchtung – von innovativen biotechnologischen Verfahren über Ansätze der Biozüchtung bis hin zur digitalen Phänotypisierung.
Der fachübergreifende Austausch zwischen Forschung, Beratung, Praxis und Branchenvertretungen stand im Mittelpunkt der Tagung. Die Teilnehmenden nutzten zahlreiche Gelegenheiten, Wissen zu vertiefen und Erfahrungen zu teilen.
Wir blicken auf eine informative Veranstaltung zurück und danken allen Referierenden, Teilnehmenden und Partnern für ihren Beitrag.
Ausblick: Die nächste Ackerbautagung findet am Donnerstag, 14. Januar 2027 statt.
 Robustere Industriesorten für die Hauptsortenliste
 Quelle: swisspatat
Die offizielle Sortenliste Kartoffeln 2026 ist ab sofort verfügbar. Insgesamt wurden vier neue Sorten auf die Hauptsortenliste und fünf neue Sorten auf die Nebensortenliste aufgenommen. Die Mehrheit der neuen Sorten sind für die Frites- und Chips-Produktion geeignet. Zudem besitzen die meisten neu aufgenommenen Sorten eine gute Robustheit gegenüber der Kraut- und Knollenfäule. Die Branche trägt damit ihrer mit dem Bund getroffenen Zielvereinbarung Rechnung.
 Neues Merkblatt zum Wasserkreislauf in der Landwirtschaft
 Quelle: Danielle Albiker, AGRIDEA
Das Merkblatt «Verbesserung des Wasserkreislaufs und des Mikroklimas in der Landwirtschaft» richtet sich an Landwirtinnen und Landwirte und Beratende, sowie an alle Personen, die sich an den lokalen Wasserzyklus interessieren. Es werden die Grundsätze erläutert, mit denen die Verfügbarkeit von Wasser im Boden für die Landwirtschaft verbessert werden kann. Das Merkblatt ist erst auf Französisch verfügbar, die deutsche Übersetzung wird in Kürze verfügbar sein.
 Erdmandelgras Bekämpfung ohne Herbizide
 Die Schwarzbrache als Mittel zur Reduktion eines flächigen Befalls mit Erdmandelgras wurde in drei abgeschlossenen Forschungsprojekten von Agroscope, HAFL und FiBL/kba näher beleuchtet. Die Ergebnisse und der Stand des Wissens zur Erdmandelgrasbekämpfung ohne Herbizide wurden in einem Merkblatt und einem Video zusammengefasst, welche plötzlich sehr aktuell sind: seit Januar 2026 gilt in der Schweiz für das Erdmandelgras eine Melde- und Bekämpfungspflicht.
 Forum Ackerbau Versuchsbericht 2025
 Die vollständigen Versuchsberichte 2025 des Forums Ackerbau sind nun verfügbar. Neben den Resultaten der traditionellen Sortenversuchen im Brotweizen und in Wintergerste werden auch Resultate aus Versuchen in anderen Kulturen präsentiert, darunter Auswirkungen der Frühsaat und der Saatdichte auf den Ertrag bei Winterraps, die Standraumverteilung von Silomais, die Impfung von Sojasaatgut und die Wirtschaftlichkeit der Unkrautregulierung von Sonnenblumen.
 Forschungsprojekte
Projekt HealthyStart: Verbesserter Nachweis von Getreidekrankheitserregern dank neuen molekularen Methoden
 Quelle: AGRIDEA
Molekulare Methoden zum Nachweis von Getreidekrankheitserregern wurden entwickelt. Die Nachweismethode für Flugbrand im Saatgut wurde bereits veröffentlicht und stellt eine vielversprechende Option für integrative Pflanzenschutzstrategien, sowie zur Produktionsunterstützung von unbehandeltem Saatgut dar. Die Methoden zum Nachweise von Stink- und Zwergbranderregern in Böden, auf Saatgut und in Pflanzen sind etabliert und werden in Kürze publiziert.
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 Reduktion von Mutterkorn in Getreide
 Quelle: Tomke Musa, Agroscope
In den Jahren 2024 und 2025 wurde ein vermehrtes Auftreten des Mutterkorn-Pilzes (Erreger: Claviceps purpurea) in Roggen, Weizen, Triticale und Gerste beobachtet. Mit der Senkung der Grenzwerte für Sklerotien und Ergot-Alkaloide seit Juli 2025 (Ausnahme Weizen und Roggen) steigen die Anforderungen an die Ernte- und Saatgutqualität substanziell.
Ein neues Agroscope-Forschungsprojekt untersucht Möglichkeiten zur Reduktion des Befalls und der Ergot-Alkaloid-Belastung. Dabei werden bestehende Bekämpfungsstrategien geprüft und neue Testverfahren zur Hemmung der Sklerotien-Keimung entwickelt. Auch die Anfälligkeit ausgewählter Sorten sowie Effekte von Abrieb und Staub kontaminierter Posten werden geprüft.
Das Projekt wird im Rahmen vom Agroscope AP26–29 bearbeitet und auch durch Zusatzmittel des BLW unterstützt. Bei Fragen zum Projekt, wenden Sie sich an Tomke Musa, Agroscope.
 Vom Feld und Stall auf den Teller: Agroscope richtet sein neues Arbeitsprogramm stärker auf Wirkung und Praxisnutzen aus
 Quelle: Agroscope
Das Arbeitsprogramm 2026 bis 2029 von Agroscope greift die wichtigsten Herausforderungen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft, insbesondere der landwirtschaftlichen Praxis auf. Im Fokus stehen sechs Schwerpunktthemen, die das Forschungsinstitut in 42 Forschungsprogrammen und rund 360 Projekten bearbeiten wird. Bereiche wie Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung, Anpassung an den Klimawandel und Wirtschaftlichkeit werden gestärkt.
 Wie stabil werden die künftigen Erträge der Kulturen in der Schweiz sein?
 Quelle: Gabriela Brändle, Agroscope
Stabile Erträge im Pflanzenbau sind entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe und die Ernährungssicherheit. Modellsimulationen zeigen, dass die Ertragsstabilität vieler Sommerkulturen durch den Klimawandel erheblich abnehmen könnte, während Winterkulturen deutlich weniger betroffen sind.
 Stabilere Backqualität von Weizen dank Sortenmischungen
 Quelle: Carole Parodi, Agroscope
Die Mischung verschiedener Weizensorten hat verglichen mit Reinkulturen keinen Einfluss auf die Mehlqualität. Die Qualität einer Mischung entspricht in etwa der Qualität ihres qualitativ schwächeren Bestandteils. Sortenmischungen stabilisieren jedoch die Mehlqualität in veränderlichen Umgebungen – ein Hinweis darauf, dass sie die Auswirkungen abiotischer Schwankungen auf die Backqualität abmildern können.
 Weniger Stickstoffverluste, stabile Erträge: Erfolg des Projekts Smart-N
 Quelle: Benedikt Kramer, AGRIDEA
Nach vier Versuchsjahren liefert das Projekt Smart-N positive Ergebnisse: Die durch smarte Technologien gesteuerte teilflächenspezifische Düngung reduziert die Stickstoffverluste um durchschnittlich 18 %, ohne dabei die Erträge zu beeinträchtigen.
 Das Risiko beim Umgang mit behandeltem Saatgut wird oft unterschätzt
 Quelle: Gabriela Brändle, Agroscope
Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Expositionsrisiko bei Tätigkeiten mit Saatgut, das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde, nicht immer richtig eingeschätzt wird. Die Information der landwirtschaftlichen Fachkräfte sollte verbessert werden.
 Standpunkt
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