Im Fokus
Wenn der Fotojournalismus zweimal stirbt: unter Bomben und unter Deepfakes

Von Gaza bis zur Ukraine riskieren Fotojournalistinnen und -journalisten ihr Leben, um zu berichten. Während sie dabei oft unter den Angriffen sterben, leidet ihr Berufsstand als ganzes – untergraben durch wirtschaftliche Unsicherheit und die Flut von KI-generierten Bildern. Eine Analyse.
Sophie Sager, Projektverantwortliche RSF Schweiz
Das war im November wichtig

SCHWEIZ. Mitte November wurde publik, dass der RTS-Direktor Pascal Crittin anonym via Mail mit dem Tod bedroht worden war. Zuvor war in Lausanne-Ecublens in seiner Anwesenheit das neue RTS-Büro eröffnet worden. RSF verurteilt diese beispiellose und inakzeptable Drohung gegen einen führenden Schweizer Medienvertreter aufs schärfste. Die Drohungen gegen Crittin finden in einem angespannten Moment statt und senden ein beunruhigendes Signal. Zum vollständigen Bericht.
SUDAN. RSF zieht nach den Angriffen der Rapid Support Forces im sudanesischen El-Fasher eine düstere Bilanz für die vor Ort verbliebenen Medienschaffenden. Zwei Journalisten berichten nach Folter und Verfolgung von ihren Erlebnissen in der Hauptstadt Nord-Darfurs. Zum vollständigen Bericht.
GEORGIEN. In nur zwölf Monaten erreichten die Angriffe auf die Presse in Georgien laut Daten des Center for Media, Information and Social Studies (CMIS), die in Zusammenarbeit mit RSF veröffentlicht wurden, ein neues Ausmass. Wir dokumentierten über 600 übergriffe an Medien und Medienschaffenden und prangern die gezielte Strategie der Einschüchterung, Schikane und Kriminalisierung des unabhängigen Journalismus an. Zum vollständigen Artikel.
Petition zum Erhalt von Swissinfo
Swissinfo ist das einzige Schweizer Medium, das die Welt in zehn Sprachen über die Schweiz informiert und dabei zuverlässigen und unabhängigen Journalismus betreibt. Zudem hat Swissinfo als einziges Medium in der Schweiz die Journalism Trust Initiative (JTI) von Reporter ohne Grenzen (RSF) umgesetzt – eine Zertifizierung, die als Garant für die journalistische Qualität dient.
Dennoch steht die Finanzierung durch den Bund heute auf der Kippe, was die Existenz des Newsportals akut gefährdet. In einem Umfeld, in dem Desinformation zunimmt und die Stimme der Schweiz auf internationaler Ebene weiterhin Gehör finden muss, wäre eine Schwächung von Swissinfo ein schwerwiegender Fehler.
Unterzeichnen Sie die Petition zum Erhalt von Swissinfo darum noch heute, um unabhängige Informationen zu verteidigen und die starke Stimme der Schweiz in der Welt zu bewahren. Zur Petition.
RSF Schweiz in den Medien
10. November: Denis Masmejan, Generalsekretär von RSF Schweiz, war zu Gast bei Radio Vostok, um über unsere Fotoausstellung «Photographier le monde de demain» (Fotografien der Welt von morgen) zu sprechen, die vom 4. bis 21. November an der Universität Genf zu sehen war. Die Ausstellung hob die wichtige Rolle des Fotojournalismus in unserer heutigen Zeit hervor. Zur Sendung.
14. November: Pierre Haski, Präsident von RSF International, war anlässlich der Menschenrechtswoche an der Universität Genf im Fernsehsender Leman Bleu TV zu Gast. In der Sendung ging er auf die grössten Herausforderungen für den Journalismus, auf die Bedrohungen für Medienschaffende weltweit sowie auf die Herausforderungen ein, die die Welt von morgen prägen werden. Zum Beitrag.
27. November: Der Generaldirektor von RSF, Thibaut Bruttin, legte in einem Interview in Le Temps ausführlich dar, wo der Journalismus in Europa überall angegriffen wird. «Journalisten anzugreifen ist zu einer politischen Strategie geworden, die sich auszahlt. Wir müssen darauf achten, dass sich diese Bewegung nicht ausbreitet», sagte er unter anderem. Zum Interview.
Kommende Veranstaltungen
📌«World Press Photo» und «Swiss Press Photo» im Château de Prangins bei Nyon
Am 28. November werden im Schweizerischen Nationalmuseum im Château de Prangins bei Nyon die beiden Ausstellungen «World Press Photo» sowie «Swiss Press Photo eröffnet. Mit dem Weltgeschehen im Fokus werden dort die besten Pressefotografien des Jahres bis zum 1. Februar 2026 zu sehen sein.
🔗 Informationen zum Besuch und zu Führungen
📌 «Gezeichnet 2025», die Ausstellung der besten Pressezeichnungen des Jahres, im Museum für Kommunikation in Bern
Am 12. Dezember wird die grosse Jahresrückblicks-Ausstellung der Schweizer Pressezeichnenden im Museum für Kommunikation eröffnet. Die ca. 200 Zeichnungen von 50 Zeichnerinnen und Zeichnern sind bis zum 22. Februar 2026 ausgestellt. Sämtliche Inhalte der Ausstellungen sind auf französisch und deutsch aufbereitet.
🔗 Informationen zum Besuch
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